Ersatzteile in der Schifffahrt: eine besondere Herausforderung

Wer ein Fahrzeug an Land betreibt, findet für die meisten Verschleißteile innerhalb von Stunden oder Tagen einen Lieferanten. In der Berufsschifffahrt ist die Ausgangslage oft eine andere: Schiffsmotoren laufen mitunter Jahrzehnte, Aggregate werden aufwendig instandgehalten statt gewechselt, und die Hersteller-Unterstützung endet irgendwann — auch wenn das Schiff noch im Betrieb ist.

Das Ergebnis sind Anfragen wie: „Kolbenstange für Winden-Hydraulikzylinder, Baujahr ca. 1989, Hersteller unbekannt, Maßblatt liegt vor." Oder: „Dichtungssatz für Getriebesteuerblock, Typ laut Typenschild abgenutzt, Originalhersteller stellt keine Teile mehr her."

Diese Situationen sind lösbar — wenn man die richtigen Wege kennt.

Weg 1: Serienteil-Beschaffung über etablierte Kanäle

Für gängige Schiffsmotoren und Aggregate gibt es spezialisierte Händler und Distributoren, die auch ältere Baureihen im Sortiment haben oder beschaffen können. Wichtige Angaben, die die Beschaffung beschleunigen:

  • Motortyp und Seriennummer — nicht nur Hersteller, sondern die genaue Baureihe
  • Teile-Nummer aus dem Ersatzteilbuch — auch wenn das Buch veraltet ist, hilft die Teilenummer bei der Zuordnung
  • Baujahr und ggf. Überarbeitungsstand — Motoren gleicher Baureihe können in verschiedenen Generationen unterschiedliche Teile haben

Je mehr Informationen vorliegen, desto gezielter kann gesucht werden. Eine gute Foto-Dokumentation des auszutauschenden Teils ist häufig wertvoller als ein unvollständiges Typenschild.

Weg 2: Alternativteile und Austauschbarkeitsrecherche

Nicht jedes Teil muss vom Original-Hersteller kommen. Viele Dichtungshersteller — darunter Parker, Freudenberg und SKF — bieten Dichtsätze an, die nach Maß, Werkstoff und Querschnitt ausgewählt werden. Ein erfahrener Techniker, der das Teil in der Hand hat, kann in der Regel den Dichtwerkstoff (NBR, PTFE, FKM) und die Maße bestimmen — und daraus den passenden Ersatz auswählen.

Ähnlich verhält es sich mit Lagern: Ein Wälzlager-Fachhandel kann anhand von Außen-, Innen- und Breiten-Maß das korrekte Normteil benennen, auch ohne die Herstellerbezeichnung zu kennen.

Dieser Weg setzt voraus, dass das defekte Teil zum Messen und Identifizieren vorliegt — was bei laufendem Betrieb nicht immer möglich ist. Hier empfiehlt sich, Maßnahmen für die nächste Liegepause vorzubereiten.

Weg 3: Nachfertigung im eigenen Stahlbetrieb

Wenn weder Serienteil noch Alternativteil beschaffbar ist, bleibt die Nachfertigung. Typische Fälle:

  • Buchsen, Flansche, Kolbenstangen oder Halterungen, die nicht normiert sind
  • Rohrleitungsstücke mit besonderen Anschlussmaßen
  • Strukturbauteile, die konstruktiv auf das jeweilige Schiff abgestimmt sind

Für die Nachfertigung wird das defekte Teil entweder als Muster mitgegeben oder — wenn es nicht demontiert werden kann — aufgemessen und als Zeichnung dokumentiert. Im eigenen Stahlbetrieb werden diese Bauteile dann nach Zeichnung gefertigt.

Wichtig: Eine nachgefertigte Komponente hat denselben Qualitätsanspruch wie ein Serienbauteil. Werkstoffauswahl (z. B. Stahl, Bronze, Edelstahl für salzwasserberührte Teile), Maßhaltigkeit und Oberflächenqualität müssen den Anforderungen des Originals entsprechen — oder diese sogar übertreffen, wenn das Original nachweislich unterdimensioniert war.

Weg 4: Dokumentation und Klassifikation

Einige Teile in einem klassifizierten Schiff erfordern mehr als nur die korrekte Funktion — sie brauchen auch den richtigen Nachweis. Das gilt vor allem für:

  • Druckbehälter-Komponenten und Hydraulikrohrleitungen mit Betriebsdrücken oberhalb festgelegter Grenzwerte
  • Tragfähigkeitsrelevante Bauteile wie Wellen, Kupplungen, Bolzen in sicherheitskritischen Verbindungen
  • Seeverantwortliche Aggregate wie Ruderanlagen oder Lenzanlagen

Für solche Teile ist ein Werkstoffzeugnis oder eine Prüfbescheinigung erforderlich. Wer mit einem Servicebetrieb zusammenarbeitet, der diese Dokumentation erstellen kann, spart den doppelten Aufwand einer Nachzertifizierung.

Was ein guter Ersatzteil-Prozess leisten sollte

Ein strukturierter Ersatzteil-Prozess für Schiffsbetreiber umfasst idealerweise:

  1. Teile-Identifikation: Aufnahme aller relevanten Daten beim Schadensereignis oder der Wartung
  2. Beschaffungsprüfung: Serienteil, Alternativteil oder Nachfertigung?
  3. Qualitätssicherung: Werkstoffwahl, Maßkontrolle, Funktionstest
  4. Dokumentation: Maßprotokoll, Einbaudatum, ggf. Prüfbescheinigung
  5. Ablage: Alle Unterlagen so ablegen, dass sie beim nächsten Inspektor-Termin griffbereit sind

Fazit

Die Ersatzteilversorgung in der Schifffahrt ist anspruchsvoller als an Land — aber lösbar. Wer die drei Wege kennt (Serienteil, Alternativteil, Nachfertigung) und bei jedem Schritt die notwendige Dokumentation mitdenkt, vermeidet Liegezeiten und kostspielige Nacharbeiten.

Sprechen Sie uns an: Das TMH-Team hilft bei der Identifikation, Beschaffung und — falls nötig — der Sonderanfertigung des richtigen Teils.

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Nachfertigung im eigenen Stahlbetrieb in der Regel und welche Fristen muss man bei klassifizierten Schiffen beachten?
Die Fertigungszeit hängt vom Aufwand des Bauteils ab; einfache Buchsen sind oft innerhalb von 1–2 Wochen fertig, komplexe Strukturteile können 4‑6 Wochen beanspruchen. Bei klassifizierten Schiffen müssen nachgefertigte Teile vor dem nächsten geplanten Prüfzyklus (z. B. alle 12 Monate) verfügbar sein, sonst drohen Verzögerungen bei der Zertifizierung.

Wer haftet, wenn ein nachgefertigtes Bauteil nicht den Klassifikationsvorschriften entspricht?
Der Hersteller des Nachteils trägt die Haftung, solange das Teil nach einer von ihm erstellten Zeichnung gefertigt wurde und eine ordnungsgemäße Qualitätssicherung vorliegt. Kommt der Schiffsbetreiber ohne eigene Prüfdokumentation ein, kann die Klassifikationsgesellschaft die Verantwortung ebenfalls teilweise auf den Betreiber übertragen.

Welche Kostenfallen können bei der Beschaffung von Alternativteilen auftreten?
Neben dem reinen Preis des Bauteils entstehen oft Zusatzkosten für Zertifizierungen, Materialprüfungen oder spezielle Lieferbedingungen (z. B. ISO‑9001‑Nachweis). Wenn das Ersatzteil ein höherwertiges Werkstoff­profil erfordert, kann der Aufpreis schnell 30–50 % des Originalpreises betragen.

Was ist zu tun, wenn ein Serienersatzteil erst nach Ablauf der geplanten Liegepause eintrifft?
In einem solchen Fall sollte sofort eine vorübergehende Notfalllösung geprüft werden, etwa die Installation eines geprüften Austauschteils aus einer gleichwertigen Normserie. Parallel muss das fehlende Originalteil beschafft und nachgeliefert werden; gleichzeitig ist die Klassifikationsgesellschaft über die temporäre Maßnahme zu informieren, um spätere Beanstandungen zu vermeiden.

Spare Parts in Shipping: a Special Challenge

Those who operate a land vehicle can find a supplier for most wear parts within hours or days. In commercial shipping the situation is often different: marine engines run for decades, units are maintained rather than replaced, and manufacturer support eventually ends — even when the vessel is still in service.

The result is enquiries such as: "Piston rod for winch hydraulic cylinder, built approximately 1989, manufacturer unknown, dimensional drawing available." Or: "Seal kit for gearbox control block, type worn on nameplate, original manufacturer no longer supplies parts."

These situations are solvable — if you know the right routes.

Route 1: Series Part Procurement through Established Channels

For common marine engines and units there are specialist dealers and distributors who carry older series in stock or can procure them. Key information that speeds up procurement:

  • Engine type and serial number — not just the manufacturer, but the exact model series
  • Part number from the spare parts manual — even if the manual is outdated, the part number aids identification
  • Year of manufacture and, if applicable, revision level — engines of the same series can have different parts across generations

The more information available, the more targeted the search can be. Good photographic documentation of the part to be replaced is often more valuable than an incomplete nameplate.

Route 2: Alternative Parts and Cross-Reference Research

Not every part must come from the original manufacturer. Many seal manufacturers — including Parker, Freudenberg and SKF — offer seal kits selected by dimension, material and cross-section. An experienced technician holding the part can usually identify the seal material (NBR, PTFE, FKM) and dimensions — and from these select the correct replacement.

The same applies to bearings: a rolling bearing specialist can identify the correct standard part from the outer, inner and width dimensions, without needing the manufacturer designation.

This route requires that the defective part be available for measurement and identification — which is not always possible during active operation. In this case, it is advisable to prepare measures for the next scheduled lay-up.

Route 3: Custom Manufacture in the In-House Steel Workshop

When neither a series part nor an alternative is available, custom manufacture remains the option. Typical cases:

  • Bushings, flanges, piston rods or brackets that are not standardised
  • Pipe sections with special connection dimensions
  • Structural components designed specifically for the individual vessel

For custom manufacture, the defective part is either supplied as a pattern or — if it cannot be removed — measured and documented as a drawing. In the in-house steel workshop, these components are then manufactured to drawing.

Important: a custom-manufactured component has the same quality requirements as a series part. Material selection (for example steel, bronze, stainless steel for saltwater-exposed parts), dimensional accuracy and surface quality must meet the requirements of the original — or even surpass them, if the original was demonstrably undersized.

Route 4: Documentation and Classification

Some parts in a classed vessel require more than just correct function — they also need the right certification. This applies particularly to:

  • Pressure vessel components and hydraulic pipelines with operating pressures above defined thresholds
  • Load-bearing components such as shafts, couplings, bolts in safety-critical connections
  • Seagoing-critical units such as steering gear or bilge systems

For such parts, a material certificate or inspection certificate is required. Working with a service company that can produce this documentation saves the double effort of after-the-fact certification.

What a Good Spare Part Process Should Achieve

A structured spare part process for ship operators should ideally include:

  1. Part identification: recording all relevant data at the time of the fault or during maintenance
  2. Procurement assessment: series part, alternative part or custom manufacture?
  3. Quality assurance: material selection, dimensional check, function test
  4. Documentation: dimensional record, installation date, inspection certificate if required
  5. Filing: all documents stored so they are readily available at the next surveyor appointment

Conclusion

Spare part supply in shipping is more demanding than on land — but solvable. Those who know the three routes (series part, alternative part, custom manufacture) and consider the necessary documentation at each step avoid downtime and costly rework.

Contact us: the TMH team helps with identification, procurement and — where necessary — the custom manufacture of the correct part.

Części zamienne w żegludze: szczególne wyzwanie

Kto eksploatuje pojazd na lądzie, w ciągu godzin lub dni znajduje dostawcę dla większości części zużywających się. W żegludze zawodowej sytuacja wyjściowa jest często inna: silniki okrętowe pracują niekiedy przez dziesięciolecia, agregaty są utrzymywane w ruchu poprzez kosztowne remonty zamiast wymiany, a wsparcie producenta w pewnym momencie się kończy — nawet jeśli statek wciąż jest eksploatowany.

Efektem są zapytania w rodzaju: „Trzon tłokowy do cylindra hydraulicznego windy, rocznik ok. 1989, producent nieznany, karta wymiarowa dostępna." Albo: „Zestaw uszczelek do bloku sterującego przekładni, typ wg tabliczki znamionowej zużyty, oryginalny producent nie produkuje już części."

Te sytuacje są rozwiązywalne — jeśli zna się właściwe drogi.

Droga 1: pozyskanie części seryjnej przez sprawdzone kanały

Dla popularnych silników okrętowych i agregatów istnieją wyspecjalizowani dystrybutorzy i handlowcy, którzy mają w ofercie lub mogą pozyskać także starsze serie. Ważne informacje, które przyspieszają zaopatrzenie:

  • Typ silnika i numer seryjny — nie tylko producent, lecz dokładna seria konstrukcyjna
  • Numer części z katalogu części zamiennych — nawet jeśli katalog jest nieaktualny, numer części pomaga w przyporządkowaniu
  • Rok produkcji i ewentualny stan modernizacji — silniki tej samej serii mogą w różnych generacjach mieć różne części

Im więcej informacji jest dostępnych, tym bardziej ukierunkowane może być poszukiwanie. Dobra dokumentacja fotograficzna wymienianej części jest często cenniejsza niż niekompletna tabliczka znamionowa.

Droga 2: części alternatywne i badanie zamienności

Nie każda część musi pochodzić od producenta oryginalnego. Wielu producentów uszczelnień — między innymi Parker, Freudenberg i SKF — oferuje zestawy uszczelniające dobierane według wymiaru, materiału i przekroju. Doświadczony technik, który ma daną część w ręku, z reguły potrafi określić materiał uszczelnienia (NBR, PTFE, FKM) i wymiary — i na tej podstawie dobrać odpowiedni zamiennik.

Podobnie jest z łożyskami: specjalistyczny handel łożyskami tocznymi potrafi na podstawie wymiaru zewnętrznego, wewnętrznego i szerokości wskazać właściwą część znormalizowaną, nawet bez znajomości oznaczenia producenta.

Ta droga zakłada, że uszkodzona część jest dostępna do pomiaru i identyfikacji — co przy trwającej eksploatacji nie zawsze jest możliwe. Zaleca się tu przygotowanie działań na najbliższy postój.

Droga 3: wykonanie na zamówienie we własnym zakładzie stalowym

Jeśli nie można pozyskać ani części seryjnej, ani zamiennika, pozostaje wykonanie na zamówienie. Typowe przypadki:

  • Tuleje, kołnierze, trzony tłokowe lub uchwyty, które nie są znormalizowane
  • Odcinki rurociągów o szczególnych wymiarach przyłączeniowych
  • Elementy konstrukcyjne dopasowane konstrukcyjnie do konkretnego statku

Do wykonania na zamówienie uszkodzoną część przekazuje się albo jako wzór, albo — jeśli nie da się jej zdemontować — mierzy się ją i dokumentuje w formie rysunku. We własnym zakładzie stalowym te elementy są następnie wykonywane według rysunku.

Ważne: wykonany na zamówienie komponent musi spełniać te same wymagania jakościowe co część seryjna. Dobór materiału (np. stal, brąz, stal nierdzewna dla części mających kontakt ze słoną wodą), dokładność wymiarowa i jakość powierzchni muszą odpowiadać wymaganiom oryginału — a nawet je przewyższać, jeśli oryginał był udowodnienie niedowymiarowany.

Droga 4: dokumentacja i klasyfikacja

Niektóre części na statku sklasyfikowanym wymagają więcej niż tylko prawidłowego działania — potrzebują też właściwego dowodu. Dotyczy to przede wszystkim:

  • Elementów zbiorników ciśnieniowych i rurociągów hydraulicznych o ciśnieniach roboczych powyżej ustalonych granic
  • Elementów istotnych dla nośności takich jak wały, sprzęgła, śruby w połączeniach krytycznych dla bezpieczeństwa
  • Agregatów odpowiedzialnych za bezpieczeństwo morskie takich jak instalacje sterowe czy zęzowe

Dla takich części wymagane jest świadectwo materiałowe lub zaświadczenie kontrolne. Kto współpracuje z zakładem serwisowym, który potrafi taką dokumentację sporządzić, oszczędza podwójny nakład związany z ponowną certyfikacją.

Co powinien zapewniać dobry proces zaopatrzenia w części zamienne

Uporządkowany proces zaopatrzenia w części zamienne dla operatorów statków obejmuje idealnie:

  1. Identyfikację części: zebranie wszystkich istotnych danych w momencie zdarzenia szkodowego lub konserwacji
  2. Sprawdzenie zaopatrzenia: część seryjna, część alternatywna czy wykonanie na zamówienie?
  3. Zapewnienie jakości: dobór materiału, kontrola wymiarów, test funkcjonalny
  4. Dokumentację: protokół wymiarowy, data montażu, ewentualne zaświadczenie kontrolne
  5. Archiwizację: wszystkie dokumenty przechowywane tak, by były pod ręką przy kolejnej wizycie inspektora

Podsumowanie

Zaopatrzenie w części zamienne w żegludze jest bardziej wymagające niż na lądzie — ale możliwe do rozwiązania. Kto zna trzy drogi (część seryjna, część alternatywna, wykonanie na zamówienie) i przy każdym kroku uwzględnia niezbędną dokumentację, unika postojów i kosztownych napraw dodatkowych.

Skontaktujcie się z nami: zespół TMH pomaga w identyfikacji, zaopatrzeniu oraz — w razie potrzeby — wykonaniu specjalnym właściwej części.

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